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Interview-Banner „Menschen vom Haidgraben" mit Matthias Wolfelsperger, Gönner, Sponsor & Trainer · U12

10 Fragen an

MATTHIAS WOLFELSPERGER

Gönner, Sponsor & Trainer · U12

Trainerteam5 Min. Lesezeit

Er ist Unternehmer bei ZAWO, mischt bei Ottobräu mit, kandidiert für den Gemeinderat und trainiert gemeinsam mit Sven die U12: Matthias Wolfelsperger – „Matze" – engagiert sich am Haidgraben gleich an mehreren Fronten. Wir haben mit ihm über Aufgabenteilung im Trainerteam, Jugendfußball mit Eckball-Chaos und das Ottobräu-Prinzip gesprochen.

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Matze, Sven spielt beim FC Bayern Ü50 im Mittelfeld, du hast fußballerisch eher die „tote 9" geprägt. Wie habt ihr im Trainerteam entschieden, wer für den sportlichen Teil zuständig ist?

Die Aufgabenverteilung hat sich bei uns eigentlich ganz natürlich ergeben. Sven übernimmt schwerpunktmäßig das Training und bringt dabei seine eigene Erfahrung als aktiver Spieler beim FC Bayern Ü50 ein. Ich kümmere mich mehr um die Organisation rund um die Mannschaft – von den Spieltagen über Freundschaftsspiele bis hin zu Turnieren.

Bei Taktik und Aufstellung sind wir uns aber einig: Das entscheiden wir gemeinsam. Da wird diskutiert, manchmal auch leidenschaftlich – aber am Ende müssen wir beide mit der Entscheidung leben.

Ich glaube, genau diese Aufteilung funktioniert bei uns sehr gut. Jeder hat seinen Schwerpunkt, aber wenn es um die Mannschaft auf dem Platz geht, sind wir ein Team. Und ganz ehrlich: Es ist wahrscheinlich auch ganz gut, wenn nicht zwei Trainer gleichzeitig versuchen, ein Training zu leiten.

Was ist schwieriger herzustellen: eine funktionierende Glasfaserlösung bei ZAWO, ein gutes Helles bei Ottobräu oder eine U12, die beim Eckball tatsächlich dort steht, wo du es vorher erklärt hast?

Ganz klar die U12. Bei ZAWO bin ich es gewohnt, dass am Ende jedes Teil genau dort sitzt, wo es hingehört. Bei einem guten Hellen ist es ähnlich: Wenn die Zutaten stimmen, kommt meistens etwas Vernünftiges dabei heraus.

Bei einer U12 ist das mit der Planung allerdings etwas schwieriger. Da kann man vor dem Eckball noch so genau erklären, wer wo stehen soll – und plötzlich stehen drei Spieler am kurzen Pfosten und einer überlegt noch, was eigentlich besprochen wurde.

Aber genau das macht Jugendfußball aus. Man kann nicht alles planen und kontrollieren. Man muss den Kindern Dinge mitgeben, Geduld haben und sich über die kleinen Fortschritte freuen. Und wenn dann irgendwann beim Eckball tatsächlich alle dort stehen, wo sie sollen, ist das fast schon ein kleiner Meistertitel.

P1 oder Auswärtsspiel um 9:00 Uhr morgens auf einem Kunstrasenplatz irgendwo im Münchner Umland – wo braucht man die bessere Vorbereitung, um halbwegs würdevoll durchzukommen?

Matthiass Antwort · B

B

Auswärtsspiel um 9:00 Uhr

Weitere Antwortmöglichkeiten

  • Für das P1

Du kandidierst für den Gemeinderat, unterstützt den TSV, machst bei Ottobräu mit und führst nebenbei noch eine Firma. Ist dein eigentliches langfristiges Ziel Kommunalpolitik – oder möchtest du Ottobrunn einfach Stück für Stück übernehmen?

Das klingt ja fast so, als hätte ich einen geheimen Masterplan. Aber nein – Ottobrunn zu übernehmen steht tatsächlich nicht auf meiner To-do-Liste.

Ich engagiere mich in den verschiedenen Bereichen, weil mir die Gemeinde und das Miteinander hier wichtig sind. Ob beim TSV, bei Ottobräu, in der Kommunalpolitik oder mit meiner eigenen Firma – ich finde es spannend, Dinge mitzugestalten und Verantwortung zu übernehmen. Dabei geht es mir nicht darum, überall dabei zu sein, sondern darum, dort etwas beizutragen, wo ich meine Stärken einbringen kann.

Und wenn man dabei noch ein bisschen Fußball spielen, ein gutes Helles trinken und über die Zukunft von Ottobrunn diskutieren kann, ist das doch eine ziemlich gute Kombination, oder? Die komplette Übernahme Ottobrunns verschiebe ich deshalb erst einmal auf unbestimmte Zeit.

Manager oder Trainer – was bist du wirklich?

Matthiass Antwort · A

A

Manager

Weitere Antwortmöglichkeiten

  • Trainer
„Ich engagiere mich in den verschiedenen Bereichen, weil mir die Gemeinde und das Miteinander hier wichtig sind."
MATTHIAS WOLFELSPERGER

ZAWO produziert Lösungen, bei denen alles exakt passen muss. Wie kommst du damit klar, dass du beim Jugendfußball mit Spielern arbeitest, die einen Einwurf jedes Mal neu interpretieren?

Das ist tatsächlich eine ganz schöne Umstellung. Bei ZAWO bin ich es gewohnt, dass am Ende alles exakt passen muss. Beim Jugendfußball muss man dagegen akzeptieren, dass ein Einwurf nicht immer genau so ausgeführt wird, wie man es vorher besprochen hat.

Aber genau das gehört für mich zum Jugendfußball dazu. Die Kinder sollen lernen, selbst Entscheidungen zu treffen und auch mal etwas auszuprobieren. Da darf ein Einwurf ruhig einmal anders aussehen als im Lehrbuch.

Ich glaube, das ist für mich als Unternehmer sogar eine ganz gute Übung: Bei ZAWO kann ich viele Dinge planen und kontrollieren – bei einer U12 muss man manchmal einfach tief durchatmen, lächeln und weitermachen. Und wenn am Ende alle mit Spaß dabei sind und sich weiterentwickeln, ist das Ergebnis genauso wichtig wie eine perfekt passende Lösung bei ZAWO.

Stell dir vor, der TSV führt ein Trainer-Bewertungssystem wie bei FIFA ein. Sven bekommt bei „Fußballkompetenz" automatisch Bayern-Bonus. In welcher Kategorie holst du die verlorenen Punkte wieder rein?

Matthiass Antwort · C

C

Menschenführung

Weitere Antwortmöglichkeiten

  • Management
  • Sponsoring
  • Nachtleben

Aktuell ist Ragebait sogar Kandidat fürs Jugendwort: absichtlich etwas maximal Provokantes behaupten, damit alle reagieren. Was wäre dein perfekter TSV-Ragebait-Satz in der Trainer-WhatsApp-Gruppe?

„Wir könnten beim nächsten Spiel eigentlich einfach mal alle so aufstellen, wie sie im Training am liebsten spielen – dann haben wenigstens alle Spaß." Ich glaube, damit hätte ich innerhalb von 30 Sekunden die komplette Trainer-WhatsApp-Gruppe gegen mich.

Noch besser wäre: „Wir brauchen heute eigentlich keine Besprechung vor dem Spiel. Die Jungs wissen doch, dass sie Fußball spielen sollen." Ich glaube, spätestens bei diesem Satz würde Sven sein Handy zücken und fragen, ob ich das wirklich ernst meine.

Du darfst deinem Team nur eine Fußballweisheit mitgeben. Welche ist es?

Matthiass Antwort · A

A

Der Ball ist schneller als der Spieler

Weitere Antwortmöglichkeiten

  • Hoch und weit – bringt Sicherheit
  • Hört einfach auf Sven!

Ottobräu beschreibt sich selbst sinngemäß als Gemeinschaftsprojekt mit Mitbestimmung und Bier. Ist das nicht eigentlich exakt dein ideales Fußballsystem: Sven macht die sportliche Arbeit, alle dürfen mitreden und du kümmerst dich anschließend um die Getränke?

Wenn man es so zusammenfasst, klingt das tatsächlich nach einem ziemlich guten System. Sven übernimmt schwerpunktmäßig das Training, bei Taktik und Aufstellung entscheiden wir gemeinsam und jeder darf seine Meinung einbringen. Und ich kümmere mich um die Organisation rund um die Mannschaft – wobei ich zugeben muss, dass der Bereich „Getränke" bei mir natürlich nicht ganz zu kurz kommt.

Was mir an diesem Ansatz gefällt, ist der Gemeinschaftsgedanke. Jeder bringt seine Stärken ein, man hört sich gegenseitig zu und am Ende geht es nicht darum, wer Recht hat, sondern darum, was für die Mannschaft am besten ist. Wenn nach dem Spiel dann noch alle gemeinsam zusammensitzen, haben wir zumindest einen Teil des Ottobräu-Prinzips schon sehr gut umgesetzt.

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